Rosie Haslem, director at spacelab_

Personalities

HOW TO WORK NOW. Rosie Haslem, director at spacelab_ im Interview

New Ways of Working New Working Environments

Für diejenigen, die es nicht wissen, könntest Du bitte kurz erzählen was spacelab_ ist und was ihr macht?

Spacelab_ ist ein kreatives, forschungsorientiertes Architektur- und Designstudio mit Sitz in London. Wir arbeiten an verschiedenen Projekten unterschiedlicher Größenordnungen, unser Fokus liegt dabei in den Bereichen Arbeitsplatzstrategie und Design. Wir haben einen einzigartigen Ansatz entwickelt, bei dem wir intensive Recherche und kreative Problemlösungsansätze in unseren Designprozess integrieren – wodurch maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden entstehen, die auch wirklich funktionieren.

Wieso habt ihr euch im April 2020 dazu entschlossen, eure Arbeitsplatz-Studie durchzuführen?

Unsere Arbeit war schon immer forschungs- und datenbasiert. Seit vielen Jahren beschäftigen wir uns mit neuen Arbeits- und Lebensweisen. Als uns letzten Frühling die Pandemie zu einer radikalen Änderung unserer Arbeits- und Lebensweise zwang, wollten wir dazu Daten sammeln, um die Veränderungen besser verstehen und interpretieren zu können. Dadurch wollten wir auch neue Erkenntnisse über die Zonen und Bereichen gewinnen, die in Zukunft notwendig sein werden.

Was waren die wichtigsten Erkenntnisse?

Zu Beginn war die erstaunlichste Erkenntnis, dass sich die Menschen generell gut und schnell an das Homeoffice anpassen konnten und sich wünschen, das so beizubehalten, zumindest für einen Teil der Woche. 81 % der Befragten fühlen sich im Homeoffice genauso zufrieden, oder sogar zufriedener, und 83 % arbeiten genauso produktiv, oder sogar produktiver. Trotzdem fehlt den Menschen der soziale Austausch – sei es in der Freizeit oder in der Arbeit. Unsere Ergebnisse lassen uns auf eine Art „hybride“ Zukunft schließen. Da 72 % der Befragten angeben, in Zukunft zumindest zwei Tage pro Woche von zu Hause aus arbeiten zu wollen. 43 % möchten das zumindest drei Tage pro Woche. Obwohl diese Erkenntnisse später durch mehrere andere Folge-Studien bestätigt wurden, waren sie zu Beginn des ersten Lockdowns neu.

Wie hat sich die aktuelle Situation und eure Erkenntnisse aus eurer Studie auf die Arbeitsplatzgestaltung bei spacelab_s ausgewirkt?

Wir haben unseren Arbeitsplatz schon immer an unsere Bedürfnisse angepasst. Die Ergebnisse unserer Umfrage sowie unsere internen Gespräche im Laufe des letzten Frühlings und Sommers machten uns deutlich, dass wir den Raum in Zukunft anders nutzen werden.Wie auch der Großteil der Befragten, entdeckte unser Team einige der Vorteile des Arbeitens im Homeoffice. Wie zum Beispiel die Zeitersparnis, da der Arbeitsweg wegfällt. Aber auch die größere Flexibilität bei der Vereinbarung von Arbeit und Privatleben. Da wir eine sehr kollaborative Organisation sind, war uns bewusst, dass wir auch immer einen Raum brauchen werden, um zusammenzukommen: Um als Team Ideen zu besprechen, Pläne zu vereinbaren und auf Papier zu bringen.

Wir haben die kreative Umgebung und den Austausch mit unseren Kollegen vermisst. Und wir wissen, dass es vielen Menschen genauso geht. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, unser ursprüngliches Office in eine ganz andere Art von Raum umzugestalten. Wir haben „the depot_“ als einen Ort kreiert, der allen offensteht und der von allen genutzt werden kann – nicht nur zum Arbeiten. Es ist eher wie ein „Versammlungshaus“. Ein Ort, um sich zu treffen, zu essen, einen Kaffee zu trinken, eine Veranstaltung zu besuchen, um Kunst zu kaufen und natürlich auch um zu arbeiten! Wir freuen uns darauf, „the depot_“ richtig nutzen zu können, sobald alles wieder geöffnet hat.

Werden wir weiterhin Büros brauchen?

Die Pandemie wird sicher nicht zu einem endgültigen Ende des Büros führen, aber das Büro wie wir es kannten, verändert sich. Die meisten von uns werden weiterhin einen Ort haben wollen und brauchen, an den sie gehen können, zumindest von Zeit zu Zeit, um die Dinge zu tun, die online nicht möglich sind. Dazu gehört auch einfach, andere Menschen zu treffen. Aber das muss kein Büro im herkömmlichen Sinn sein. Und „the depot_“ ist ein gutes Beispiel dafür.

Wie sollte das optimale Homeoffice aussehen, um dort produktiv sein zu können?

Das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Wir alle brauchen unterschiedliche Dinge, um produktiv zu sein. Für mich wäre das ein sauberer, heller Platz mit viel natürlichem Licht und einer schönen Aussicht. Das wäre optimal!

 

Die Pandemie wird sicher nicht zu einem endgültigen Ende des Büros führen, aber das Büro wie wir es kannten, verändert sich. Die meisten von uns werden weiterhin einen Ort haben wollen und brauchen, an den sie gehen können, zumindest von Zeit zu Zeit, um die Dinge zu tun, die online nicht möglich sind.

 

Das Spannendste an meinem Beruf ist...
die Möglichkeit zu haben, den Wandel von Räumen mitzugestalten, und damit das tägliche Leben der Menschen, die sie nutzen, zu verändern.

Mein derzeitiger Arbeitsplatz ist...
meine Küche! Jedoch beginne ich nun endlich, nachdem ich 12 Monate lang von meinem Esstisch aus gearbeitet habe, mein zweites Schlafzimmer als Büro einzurichten. Ich freue mich auf einen Tapetenwechsel!

Ich vermisse das Büro, weil...
die Zusammenarbeit mit Kollegen und Kunden online viel herausfordernder ist.Ich vermisse auch das tägliche Radfahren zur Arbeit und wieder nach Hause.

Rosie Haslem ist director at spacelab_, dem bekannten kreativen Forschungs- und Designstudio mit umfangreichen Erfahrungen in der Strategie und Gestaltung von Arbeitsplätzen. Sie leitet die gesamte Forschung und Strategie, unter anderem für Kunden wie Dyson, die Houses of Parliament, Warner Bros. und die University of London. Zudem bietet sie umfassende Beratungen über die Zukunft der Arbeit an.

Im letzten Jahr leitete die bekannte Branchenexpertin die Studie über das Homeoffice während der Pandemie und wie Menschen über die Zukunft der Arbeit und des Arbeitsplatzes denken.

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