Personalities

Didi Lenz im Interview über PIXEL

Für Innovation benötigen wir Gedanken- und Handlungsfreiheit, Methodik und letztlich inspirierende Räume.

 

Mit dem Möbelkonzept PIXEL hat Bene etwas sehr Neues in die Büroraumgestaltung gebracht. Was ist das Besondere an PIXEL?

Gleich vorweg, PIXEL ist kein Möbel. PIXEL ist ein flexibler Baustein um Funktionen im Raum darzustellen und das für jedermann. Ein Stehtisch für den Workshop, ein Arbeitstisch für Studenten, ein Regal für das Geschäft, eine Theke für die Party. Alles ist möglich, mit Inspiration und Improvisation. Genau dafür ist PIXEL geschaffen – ein Allzwecktool in Zeiten des stetigen Wandels.

Sie haben das innovative PIXEL Konzept entwickelt. Wie kam es zur Idee von PIXEL?

PIXEL ist das Produkt einer Ideenreise durch die Welt der Kreativität. Was brauchen Menschen in ihrem Umfeld, um kreativ zu sein. Welche räumliche Voraussetzung unterstützt das kreative Handeln von Teams. PIXEL ist das Ergebnis eines zweijährigen Prozesses durch mehrere prototypische Stadien, in denen das Wesen der Räume und der darin befindlichen Hilfsmittel erprobt wurde.

In welchen Branchen findet PIXEL vor allem Anwendung?

Man könnte glauben, PIXEL ist ausschließlich für die junge Start-up Szene gemacht. Ist PIXEL auch, aber nicht nur. Ganz im Gegenteil. PIXEL dient als „Ice Breaker“ für verkrustete Strukturen. So kommt PIXEL auch in etablierten Organisationen zum Einsatz, wo man sich Aufgaben, wie etwa dem Abbau von Hierarchie und der Überwindung von Abteilungsgrenzen, mutig stellt. Diese Expansionsräume für grenzüberschreitendes Denken – bei Bene nennen wir diese IDEA LABS – stellen die perfekte Bühne für PIXEL dar.

Was braucht es, um Kreativität im Unternehmen entstehen zu lassen und Innovation gezielt zu fördern?

Wichtigste Voraussetzung für Kreativität ist das Zulassen von Improvisation und damit auch die Möglichkeit des Scheiterns. Das ist nun mal das Wesen des Spielens. Das bewusste Eingehen von Risiken mit der Aussicht auf einen unvorhersehbaren Erfolg. Dazu braucht es eine Portion Selbstvertrauen, aber auch eine gelebte Fehlertoleranz. Diese Kultur ist in Zeiten von Ergebnisoptimierung verloren gegangen. Da wurde kein Misserfolg wortlos akzeptiert, eher schon bestraft. Aus einer derartigen Angstkultur entsteht nichts bahnbrechend Neues. Dies beschreibt die mentalen Voraussetzungen eines Innovationsraumes.
Dieser mentale Zustand lässt sich nicht durch Möbel erzeugen, das ist eine Frage der Führungskultur. Was die Raumgestaltung aber leisten kann, ist gegebenen Gedankenfreiraum inspiriert zu nutzen. Dafür gibt es einige Methoden, die sich am trefflichsten unter dem Begriff Design Thinking subsummieren lassen. Ein ständiger Kreislauf von Trial-and-Error. Für Innovation benötigen wir Gedanken- und Handlungsfreiheit, Methodik und letztlich inspirierende Räume.

Was sind die größten Veränderungen in der Arbeitswelt, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen?

Viele Arbeitsroutinen werden durch Roboter und künstliche Intelligenz gestützt, wenn nicht sogar ersetzt. Menschliche Erfahrung wird BIG DATA weichen, denn BIG DATA besitzt mehr Wissen als sich jemals ein Mensch zu Lebzeiten aneignen kann. Das wird überraschender Weise gerade auch viele Berufe der Wissensarbeit betreffen, diese beruhen nämlich vor allem auf individueller, persönlicher Kenntnis und Erfahrung. Diese können aber nicht mehr mit dem Datenschatz von BIG DATA mithalten. Rechtsauskünfte, ärztliche Befunde, Versicherungsverträge werden alle besser durch künstliche Intelligenz, als durch menschliche Erfahrung erstellt. Der Mensch muss sich, oder sagen wir besser, darf sich auf das fokussieren, was ihm als natürliches Wesen als letzter Vorteil gegenüber der Maschine geblieben ist: Das ist die Phantasie, die aus sinnlichen Empfindungen genährt Neues entstehen lässt. Das ist mehr oder weniger die Umschreibung für Kreativität. 

 

DIDI LENZ ist Architekt und Head of Innovations & Design bei Bene GmbH, er zeichnet für das Konzept von PIXEL verantwortlich.

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